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Das Gebet in der Apostelgeschichte

Im Reich Gottes geht nichts ohne Gebet

„Gebet ist der Atem des Christen!“ Watchman Nee

P.U.S.H. – Pray Until Something Happens

Mir ist vor einigen Jahren ein Bändchen aufgefallen, das Jugendliche an ihrem Handgelenk getragen haben. Darauf stand: P.U.S.H., was soviel bedeutet wie: „Pray until something happens“: Bete, bis etwas geschieht.

Dieser Satz ging mir seither nicht mehr aus dem Sinn. Gebet hat zum Ziel, dass danach auch etwas geschieht. Wenn wir die Apostelgeschichte zum Thema Gebet studieren, entdecken wir dort, dass dies ein Kennzeichen der ersten Christen gewesen ist: Sie beteten bis etwas geschah.

Wer kommt zur Gebetsveranstaltung?

Sie beteten im Obergemach, bis schließlich der Heilige Geist ausgegossen wurde, der von Jesus verheißen war (Apg. 1,14; 2). Allerdings waren nur 120 versammelt. Ist Er nach seiner Auferstehung nicht 500 Menschen erschienen (1.Kor. 15,6)? Wo waren die restlichen 380?

Gebet ist oft eine Sache von wenigen Leuten in der Gemeinde. Auch in der Apostelgeschichte kamen nur 120 von 500 Leuten zum Gebet (Apg. 1,14-15). Heute sind es meistens leider noch weniger Leute, die zu den Gebetsveranstaltungen kommen.

Dennoch: Der Herr ist anwesend, wenn zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind. Er kann durch viel oder wenige Großes tun.

Erfüllung von Verheißungen kommt durch Gebet

Gebet ist wichtig. Jesus hatte zwar die Verheißung geschenkt, dass Er seinen Heiligen Geist senden würde, wenn Er zum Vater aufgefahren war (Johannes 14,15-18), aber diese Verheißung erfüllte sich nicht automatisch. Die Jünger mussten beten, damit sich das Versprechen erfüllen konnte.

Gebet unter Verfolgung – bist du ein 1:8 Christ oder ein 8:1 Christ?

Die Christen der Apostelgeschichte beteten, als sie verfolgt wurden und alles darangesetzt wurde, sie einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen. Sie wurden von den religiösen Autoritäten ihrer Zeit bedroht und eine Nacht ins Gefängnis geworfen, weil sie einen Gelähmten geheilt hatten und 5000 Menschen deswegen Christen geworden waren (Apg. 4,21-22). In Apg. 4,23 erklären die Apostel in einem Vers, was ihnen widerfahren war und in den nächsten acht Versen finden wir die Gemeinde betend.

Ich glaube, ich liege nicht falsch mit der Annahme, dass wir heute wahrscheinlich acht Verse lang berichtet hätten, was uns Schlimmes widerfahren ist und danach evtl. einen Vers lang gebetet hätten. Wie steht es bei uns mit dem Gebet? Steht es 8:1 für das Gebet oder 8:1 für das Reden über Probleme?

Auch hier betete die Gemeinde, bis etwas geschehen war:

„Und als sie gebetet hatten, bewegte sich die Stätte, wo sie versammelt waren: und sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit.“ Apg. 4,31

Gott antwortete auf die Gebete der Gemeinde mit einer neuen Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Einschüchterung musste weichen und Freimütigkeit kam!

Weitere Lektionen über Gebet in der Apostelgeschichte

Apg. 6,6 lehrt uns, dass die Apostel trotz vieler Arbeit und großen Herausforderungen beteten. Die Gemeinde der ersten Christen war auf Gebet gegründet, auch wenn es viel zu tun gab.

Der Übergang des Evangeliums von den Juden zu den Heiden war geprägt von Gebet

In Apg. 10 betete Kornelius anhaltend zu Gott und ein Engel übermittelte ihm die Straße und Hausnummer des Petrus (Apg. 10,5-6), der ebenfalls betete und eine Weisung von Gott erhielt, dass er das Evangelium den Heiden predigen sollte. Der Durchbruch des Evangeliums von den Juden zu den Heiden war gekennzeichnet von Gebet.

Weitere Auswirkungen des Gebets – Befreiung, Freisetzung von Berufungen
  • Durch anhaltendes Gebet wurde Petrus dramatisch und übernatürlich aus dem Gefängnis befreit (Apg. 12).
  • Saulus und Barnabas wurden von Gott freigesetzt zu dem Werk, zu dem sie berufen waren, als sie Gott dienten und fasteten (Apg. 13).

Wer die Apostelgeschichte zum Thema Gebet studiert, wird feststellen, dass von den 28 Kapiteln dieses Buches in 18 Kapiteln das Gebet eine große Rolle spielt. Sie waren anhaltend im Gebet! Sie beteten, bis etwas geschah.

Pfingsten und das Gebet um die Erfüllung mit dem Heiligen Geist

Pfingsten erinnert uns daran, dass der Heilige Geist auf alles Fleisch ausgegossen wurde. Menschen, die mit dem Heiligen Geist waren, breiteten in der Apostelgeschichte das Evangelium aus, wirkten im Namen Jesu Wunder, heilten die Kranken und führten den Missionsbefehl aus. Tausende kamen zum Glauben.

Wir brauchen den Heiligen Geist, genaugenommen brauchen wir mehr vom Heiligen Geist. Die Apostelgeschichte lehrt uns, dass wir um eine verstärkte Ausgießung des Heiligen Geistes in unserem Leben beten dürfen. Jesus selbst hat uns dazu in Lukas 11 aufgefordert:

„Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! … Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten!“ Lukas 11, 9 & 13

Pfingsten ist für uns ein Ansporn zu beten, dass Gott seinen Heiligen Geist ganz neu auf unser Leben ausgießt, damit die Werke der ersten Christen auch heute wieder geschehen und Jesus dafür die Ehre bekommt.

Thomas Bittmann