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Der kniende Gott

„Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“
Philipper 2,5-11

Jesus – der demütige Gott

Das Neue Testament offenbart uns Jesus als den demütigen Gott. Der allmächtige Gott als Diener – das ist einzigartig unter allen Weltreligionen. Wenn wir die Demut Gottes verstehen, dann erweckt das in uns Bewunderung, Zuversicht und Inspiration. Seine Liebe und seine Demut gehören zusammen. Hier im Philipperbrief sehen wir Jesus als den Diener Gottes, der sich selbst entäußerte und wie er, der lebendige Gott, die Gestalt eines Knechtes angenommen hat und einer von uns geworden ist.

Jesus – der mächtige Diener von Ewigkeit her

Jesus ist nicht nur ein Diener geworden, um etwas auf dieser Welt zu erreichen. Demut ist Teil seines Wesens. Jesus wurde nicht etwas in seiner Menschwerdung, was er nicht schon von Ewigkeit her gewesen ist. Er hat gesagt, der Größte sei euer aller Diener. Gott begegnet uns in Jesus mit Demut, weil dies ein Teil seines Wesens ist. Er setzt seine Macht mit Demut ein, als ein Diener.

Jesus – der dienende Gott

Johannes malt uns im 13. Kapitel ein Bild vor Augen, wie er Jesus als Diener erlebt hat. Jesus erkannte, dass seine Stunde gekommen war und es heißt dort, dass er die Seinen bis ans Ende liebte. Auch Judas, der ihn später verraten sollte, wusch er die Füße. Er wusste, dass der Vater ihm alles in seine Hände gegeben hatte. Da stand er vom Tisch auf, zog einen Schurz an und fing an den Jüngern die Füße zu waschen und ihre Füße zu trocknen mit der Schürze, die er sich umgezogen hatte.

Wir sehen hier den König der Könige und den Herrn aller Herren mit der Schürze. Der König zieht die Schürze an, um zu dienen. Jesus offenbart hier den „knienden Gott“. Wir können die Wahrheit über Gottes Wesen und über seine Herrlichkeit nur verstehen, wenn wir sehen, wie er hier wie ein Diener vor seinen geliebten Jüngern kniet. In der damaligen Zeit war die Fußwaschung Aufgabe der Sklaven.

Jesus – total unterschätzt in seiner Göttlichkeit

Jesus kam als Mensch und er sah es nicht als einen Raub Gott gleich zu sein. Trotzdem hat er nicht darauf bestanden geehrt oder als Gott behandelt zu werden. Er hat nicht auf sein Recht bestanden ein Leben zu leben ohne Ablehnung, Schmerz und Demütigung. Er hat ein Leben gelebt, in dem die Menschen ihn und seine Fähigkeiten unterschätzt haben. Damit erfüllte er die Prophetie aus Jesaja 53,2-3, wo Jesaja über den kommenden Messias prophezeite:

„Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht. 3 Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten ihn nicht.“ Jesaja 53,2-3

Stelle dir vor, du wärst der reichste Mensch der Welt und hättest Milliarden von Euro ohne es auch nur einmal zu erwähnen oder dieses Geld für dich zu gebrauchen? Natürlich würden wir wollen, dass dies einige Leute mitbekommen, damit sie uns dementsprechend behandeln. Jesus nicht. Er begegnete Menschen als demütiger Diener und nicht als einflussreicher und wohlhabender Promi, voller Macht und Prestige.

Die Motivation Gottes – Gemeinschaft mit den Menschen

Was war Gottes Ziel mit so einem Verhalten? Er wusste, wer er war. Er wollte nicht die öffentliche Anerkennung der Welt für seine Macht und Stärke gewinnen. Er kam um uns zu lieben, die so viel niedriger waren als er selbst und die es nicht verdient haben. Er kam in Demut, um uns für alle Ewigkeit zu retten – es ging ihm nicht um sich selbst, sondern um uns.

Jesus hat die Herrlichkeit des Vaters in seiner Menschlichkeit gezeigt. Er hat seine Identität als wahrer Gott nicht verloren, indem er wahrer Mensch wurde. Viel mehr zeigte er die Wahrheit über das Wesen Gottes, die Mose so beschrieben hat:

„Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der HERR, der HERR, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue.“ 2. Mose 34,6

Die Tatsache, dass Gott uns so sehr liebt und dass er unsere Liebe begehrt und unser Leben über sein eigenes Leben stellt, ist Demut in Reinform. Wir sind natürlich beeindruckt von Gottes übernatürlicher Macht und Stärke, aber erst seine Liebe und seine Demut bringen in uns eben diese hervor.

Aus Liebe ist Jesus für uns ans Kreuz gegangen. Er wollte nicht alleine herrlich und mächtig sein, er wollte uns für immer bei sich haben, damit wir seine Herrlichkeit sehen:

„Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.“ Johannes 17,24

Was für eine Liebe, die sich in Jesus Christus und in seiner Demut offenbart. Ich wünsche euch, dass ihr in dieser Osterzeit diese lebensverändernde Liebe des Herrn ganz neu erlebt.

Thomas Bittmann

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