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Die Kraft des Heiligen Geistes

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„Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, dass ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden.“ Joh. 16,7

Liebe Gemeinde, liebe Leserinnen und Leser!

In seinen Abschiedsreden bereitete Jesus seine Jünger darauf vor, dass er eines Tages von ihnen gehen wird. Am Kreuz ist Jesus für unsere Sünden gestorben und am dritten Tag ist er auferstanden von den Toten. Dieses Ereignis ist die Mitte und das zentrale Ereignis des Christentums. An Ostern haben wir es gefeiert: Gott vergibt uns die Schuld, weil Jesus sein Blut für uns vergossen hat. Nach seiner Auferstehung lehrte Jesus seine Jünger nochmals 40 Tage über das Reich Gottes (Apostelgeschichte 1,3) und fuhr dann auf in den Himmel (Apg. 1,9).

Sitzt nun Gott im Himmel und überlässt die Welt ihrem Schicksal? Nein, Gott möchte bei uns sein. Er lässt uns nicht allein zurück, sondern er sendet uns seinen Beistand, den Heiligen Geist, den Tröster.

An Pfingsten hat Gott seinen Heiligen Geist ausgegossen. Jesus sprach sehr oft von ihm in seinen Abschiedsreden im Johannesevangelium. Der Heilige Geist ist eine Person der Dreieinigkeit. Er lebt in allen Gläubigen. Jesus nennt ihn hier den Beistand. Das griechische Wort für Beistand ist Parakletos, was wörtlich übersetzt heißt „der zur Hilfe Herbeigerufene“. Der Heilige Geist ist also der „zur Hilfe Herbeigerufene“. Der Heilige Geist macht den Glauben für uns lebendig und er hilft uns, nach den Geboten Gottes zu leben.

Wir lesen, dass Gott seinen Geist am jüdischen Pfingstfest ausgegossen hat (Apg,2,1), am Shawout. Shawout war ursprünglich das jüdische Erntedankfest, das Fest der Ernte. Später wandelte sich die Bedeutung des Festes zu einem Fest der Offenbarung am Sinai, zu einem Fest, an dem die Verleihung der 10 Gebote durch Mose an Israel gefeiert wurde. Die Ausgießung des Heiligen Geistes am Shawout weist darauf hin, dass der Mensch in eigener Kraft nicht in der Lage ist, die 10 Gebote zu halten. Deshalb hat uns Gott seinen Geist, den Beistand, den zur Hilfe Herbeigerufenen, gesandt. Er schenkt uns im Heiligen Geist die Gnade, ein gottwohlgefälliges Leben zu führen.

Jesus sagte, dass der Beistand, der zur Hilfe Herbeigerufene, uns alles lehren wird und dass er uns an alles erinnern wird, was er uns gesagt hat (Johannes 14,26). Durch den Heiligen Geist wird das Wort Gottes für uns lebendig. Erst durch ihn bekommen wir Offenbarung und die Bibel wird plötzlich praktisch anwendbar und bedeutungsvoll für unser Leben (vgl. auch 1.Johannes 2,27). Der Heilige Geist wird uns immer zu Jesus und zum Vater führen.

Dies ist nur ein Aspekt des Werkes des Heiligen Geistes in uns, den Gläubigen.

Was tut der Heilige Geist noch für uns?

  • Er gibt uns Gewissheit über unsere Gotteskindschaft (Galater 4,6 Römer 8,15-16).
  • Er hilft uns zu beten (Römer 8,26).
  • Er hilft uns zu erkennen, was uns alles von Gott geschenkt ist (1.Korinther 2,12).
  • Er schenkt uns Freude, Friede und Hoffnung (Römer 15,13).
  • Er gibt uns Kraft, den Glauben an Jesus vor allen Menschen zu bekennen (Apostelgeschichte 1,8).
  • Er schenkt uns Gaben, durch die Gottes Kraft wirksam wird (1.Korinther 12+14).
  • Er bewirkt in uns Charakterveränderung durch die Frucht des Geistes (Galater 5,22-23).
  • Er macht die Liebe Gottes für uns erfahrbar (Römer 5,5).
  • Er leitet uns in alle Wahrheit (Johannes 16,13).

Die Liste ist nicht vollständig, aber wir sehen bereits jetzt, was Jesus damit meinte, dass es nützlich für uns ist, dass er weggeht. Er hat uns nicht verwaist zurückgelassen. Sein guter Geist macht die Realität Gottes für uns erfahrbar und er gibt uns überhaupt erst die Kraft, unser Leben als Christen zu leben.

Ein Symbol für den Heiligen Geist ist Öl.
Was würden uns die schönsten, schnellsten Autos nützen, wenn wir kein Öl hätten? Wir könnten sie bestaunen und in Museen bewundern, aber sie wären nicht nützlich. So wäre auch die ganze Fülle und Schönheit dessen, was uns die Bibel lehrt nicht mehr als ein Relikt für das Museum. Die Bibel wäre nur ein verstaubtes, altes Buch. Aber das Öl des Heiligen Geistes, seine Kraft, bringt die Bibel ins Rollen und macht sie lebendig und nützlich.

Ich wünsche allen Lesern ein frohes und gesegnetes Pfingstfest und die Erfahrung der Gemeinschaft des Heiligen Geistes.

Mit herzlichen Segenswünschen
Thomas Bittmann

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